die ideenwerkstatt - Digital Natives

Haralds

Kreativ Kabinett  

Ja, ich gebe zu, dass ich aufgrund meines bald biblischen Alters nicht zu den Digital Natives gehöre.

Und so blieb es mir erspart, wie meine Tochter schon in der fünften Klasse der Oberschule irgendwelche Bilder und große Buchstaben zu Präsentationen zusammenfügen zu müssen.
Während ich den Betriebswirt vor 20 Jahren machte, kamen wir ebenfalls ohne Powerpoint aus, sondern hatten Skripte mit (Achtung!) GANZEN Sätzen und Fließtext. Unvorstellbar, oder?
So fühlte ich mich auch dem im DACH-Raum bekannten Schlagfertigkeitstrainer Matthias Pöhm sehr verbunden, als der ein Seminar mit dem Titel „Haben Sie Powerpoint, oder etwas zu sagen?“ anbot…


Nun hat sich heute auch die FAZ dieses Themas angenommen:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/forscher-warnen-vor-powerpoint-praesentationen-13041967.html
 
Dabei muss ich zugeben, dass das Anfertigen einer Präsentation zunächst dem Präsentator(klingt ein bisschen wir Terminator, oder?) dient: Er wird gezwungen, seinen Vortrag zu strukturieren und mit Stichpunkten zusammen zu fassen. Auch die Recherche nach Zahlen zur argumentativen Unterfütterung und deren optische Aufbereitung sind mit Sicherheit eine gute Vorbereitung auf einen Vortrag.
Und nicht zuletzt ist dieses “Werk“ sicherlich auch eine gute Zusammenfassung, die die Teilnehmer gerne im Nachgang zur Memorierung des Gehörten gut nutzen können.
Will ich jedoch die Herzen und Köpfe meiner Zuhörer erreichen, möchte ich, dass sie auch nach einer Woche noch mit Freude und Empathie an meine Ausführungen denken und will ich vor allem, dass  sie deren Inhalt auch nach geraumer Zeit erinnern und wiederholen können, dann ist Powerpoint eher Gift für einen solchen Vortrag.
Vielmehr muss ich gemeinsam mit meinen Zuhörern meine Gedanken in eine Richtung entwickeln. Wir müssen zusammen einen Weg gehen, dessen Ziel ich zwar schon vorher kennen sollte,
aber die gemeinsame Wanderung vermag es, Begeisterung für und Erinnerung an die vermittelten Inhalte zu wecken.
Durch die als “Mäeutik“ bekannte Hebammenkunst, bei der meine Gesprächspartner und Zuhörer das Gefühl bekommen, sie selbst hätten einen Gedanken oder eine Erkenntnis hervorgebracht und ersonnen, wirkt nämlich in zweierlei Hinsicht:
Zum einen können sie sich voll und ganz mit diesem Gedanken identifizieren, da es ja der Ihre ist; zum anderen werden sie aufgrund dieses “Besitzanspruches“ diesen auch nach außen kraftvoll vertreten.
 
Eine wunderbare Methode, dies nachhaltig zu befördern habe ich vor einigen Wochen durch die Lektüre des Arbeitsbuches “Auf der Serviette erklärt: So lösen Sie komplexe Probleme mit einfachen Zeichnungen“ von Dan Roam kennengerlernt.
 
Eine gute Zusammenfassung dieser Idee findet sich hier:
http://de.slideshare.net/HannemannBerlin/erklren-auf-der-serviette-8154252
 
Machen Sie sich also vor Ihrem nächsten Vortrag darüber Gedanken, welches Ziel sie damit verfolgen und welche Wirkung Sie bei Ihrem Auditorium erzielen wollen.
Seine Zuhörer mitzunehmen war schon immer eines der wirkungsvollsten Rezepte für einen gelungen Vortrag!                 
 

 

 

 

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